Archiv für den Monat: August 2017

LED-Licht könnte toxisch sein

Ein Forschungsteam des Inserm hat gezeigt, dass LED-Licht potenziell toxisch für die Augen ist. Zur Untersuchung wurden Ratten in drei Gruppen aufgeteilt, um die Wirkungen verschiedener Lichtquellen zu vergleichen.

„Das LED-Licht ist potenziell toxisch für die Augen“, sagt das Forschungsteam des Inserm. „Diese Beleuchtung kommt täglich zum Einsatz und könnte die altersbedingte Makuladegeneration aufgrund bestimmter Wellenlängen fördern.“ Zur Untersuchung dieses Problems wurden Ratten in drei Gruppen aufgeteilt, um die Wirkungen verschiedener Lichtarten zu vergleichen – LED, Glühbirne und Kaltkathodenlampe (Leuchtröhre). Die Forscher setzten die Ratten zunächst über 24 Stunden einer hohen Lichtintensität (6000 Lux) aus und konnten beobachten, dass unabhängig von der Lichtquelle ein Entzündungsprozess einsetzte, der den Zelltod (Apoptose) förderte.

War die Lichtintensität geringer als 500 Lux, wie in einer normalen Wohnung, wurde die Netzhaut der Ratten nur durch das LED-Licht beeinträchtigt, jedoch nicht von den anderen Lichtquellen. Die Ursache dieser Schädigungen liegt im blauen Licht begründet, das in LEDs mit gelbem Licht vermischt wird, um weißes Licht zu erzeugen. Sie sind wirtschaftlicher und seit 2005 von der Europäischen Kommission vorgeschrieben. Weitere Forschungen sind also notwendig, um das mögliche Phototoxizitätspotenzial von LED vollständig aufzudecken.

Nach Meinung der EU-Kommission stellen LEDs kein Gesundheitsrisiko dar

In einer vorläufigen Stellungnahme äußerte sich die Europäische Kommission zu potenziell gesundheitsschädigenden Auswirkungen von LEDs. Sie kam zu dem Schluss, dass nach derzeitigem Forschungsstand keine Gefahr von LEDs ausgeht. Jedoch können LEDs den circadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Zyklus) beeinflussen.

Der Effekt optischer Strahlung ist stark von der Wellenlänge des Lichts abhängig, zudem beeinflussen beispielsweise die Lichtintensität, die Dauer der Aussetzung sowie die Gesundheit des Auges die Auswirkungen von LEDs auf den Menschen. Neben diesen Faktoren berücksichtigte das Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks (SCHEER) auch Strahldichte und Bestrahlungsstärke, aber konnte in veröffentlichten Studien keinerlei Belege finden, dass LEDs sich schädlich auf den Menschen auswirken. Bisherige Studien fanden auch keinerlei Hinweise auf Langzeitfolgen, was aber auch daran liegt, dass die Technologie noch nicht sehr lange auf dem Markt ist.

Zwar gibt es Studien mit Tieren, in denen sich LEDs negativ auswirken, jedoch können diese nicht auf den Menschen übertragen werden. Die EU-Kommission sieht aber einige Ergebnisse für anfällige Personengruppen wie Kinder oder Senioren als bedenklich an. Zudem führten flackernde LED-Lichter bei einem kleinen Personenkreis auch zu Kopfschmerzen und Migräne. SCHEER merkte aber auch an, dass es keinen technischen Grund für flackernde LEDs gibt.

Das Komitee wies aber auch daraufhin, dass sich der Gebrauch von LED-Displays mit kurzwelligem Licht (bis zu 480 nm) vor dem Zubettgehen auf den circadianen Rhythmus auswirken, in diesem Fall den Schlaf-Wach-Rhythmus. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber noch nicht klar, ob diese Störungen sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirken.

Quelle: http://www.all-electronics.de/led-licht-koennte-toxisch-sein/

Seit dem Stromkrieg Ende des 19. Jahrhunderts dominiert der Wechselstrom unsere Stromnetze. Das hat über viele Jahre durchaus Sinn (technisch) gemacht. Von den Feldbelastungen her und dem daraus resultierendem Einfluß auf unsere Gesundheit ist davon allerdings eher nicht.

Ist nun Gleichstrom eine echte Alternative? Der sinkende Wirkungsgrad unseres Wechselstromnetzes und die veränderte Stromnutzung kann ein Umdenken erfordern.

(Bild: gemeinfrei/ CC0)

Er gilt als einer der größten Genies seiner Zeit: Thomas Edison, der als Erfinder der Glühbirne in die Geschichte einging. Doch Edison war nicht das, für was wir ihn heute immer noch feiern: Weder erfand er die Glühbirne – er vermarktete bloß die Patentrechte, die seiner Firma gehörten – noch war er das Genie, für das ihn viele halten. Edisons erstes Kraftwerk arbeitete mit Gleichstrom, was ihn fortan entgegen aller Argumente zum eisernen Verfechter dieser Technik machte. Obwohl Wechselstrom offensichtliche Vorteile mit sich bringt – man kann die Spannung einfach anpassen, um Strom über große Distanzen zu übertragen – versuchte Edison die Massen von seiner Technik zu überzeugen – und das mit brachialen Methoden.

So stellte er Tiere auf eine Metallplatte, die mit einem Wechselstromgenerator verbunden war und tötete öffentlich Hunde, Katzen und Pferde, um die angebliche Gefahr, die von Wechselstrom ausgeht, zu verdeutlichen – was ihn übrigens zum geistigen Vater des elektrischen Stuhls machte. Bekanntlich haben sich Tesla und Westinghouse, die Erfinder des Wechselstroms, dennoch mit ihrer Technik durchsetzen können. Ihnen gelang trotz allem Misskredit ein großer Coup, der die Massen überzeugte. Jetzt, fast 125 Jahre später, hat sich das Blatt gewendet – die Gleichstromtechnik macht aus vielen Gründen heute tatsächlich mehr Sinn als der Wechselstrom.

Es war die Weltausstellung in Chicago, die den beiden Erfindern letztlich dazu verhalf, die Welt von ihrer Technik zu überzeugen. Das Thema war 400 Jahre Kolumbus und dafür sollte die Ausstellung in einem Lichtermeer aufgehen. Edison glaubte den Auftrag schon in der Tasche zu haben, aber Westinghouse unterbot ihn um eine halbe Millionen Dollar. Die in elektrischem Licht erstrahlte Weltausstellung überzeugte nicht nur die fast 30 Millionen Zuschauer – die beiden Erfinder erhielten auch den Auftrag, das Kraftwerk am Niagarafluss zu bauen. Der Durchbruch der Wechselstromtechnik.

Neuerdings gewinnt aber die Gleichstrom-Technik neue Befürworter, denn die Art und Weise, wie wir Strom erzeugen, verteilen und verbrauchen, hat sich grundlegend geändert.

Regenerative Energien speisen vermehrt Gleichstrom ein

Bisher erfolgt die Energieerzeugung mit Wechselstrom, beispielsweise in den Generatoren großer Kraftwerke, aber auch in Wasserturbinen. Die verteilen ihre Energie über ein Wechselspannungs-Stromnetz. Mittels Transformatoren lässt sich die Spannung auf einige 100.000 V erhöhen, das hält die Ströme in den Kabeln und damit die Verluste gering.

Zuhause oder in Fabriken verteilt sich Strom über Niederspannungsnetze, entweder über Schukosteckdosen oder über Drehstromanschlüsse. Dabei benötigen heutzutage immer mehr Elektrogeräte Gleichstrom: Computer und andere elektronische Geräte oder LED-Lampen arbeiten mit Gleichstrom und brauchen deshalb ein Netzteil zur Wandlung. In den nächsten Jahren kommen noch Elektroautos dazu. Bei Antrieben in der Industrie kommen zur Drehzahlregelung immer häufiger Frequenzumrichter mit einem Gleichspannungszwischenkreis zum Einsatz. Würde man auf Gleichspannungsnetze mit zentraler Spannungswandlung setzen, so würden diese vielen Wandler überflüssig. In der Automobilindustrie gibt es bereits Pilotprojekte, um ganze Fertigungseinheiten nur mit Gleichstrom zu versorgen. Sie enthalten auch Batterien zum kurzzeitigen Speichern von Energie.

Fast die Hälfte unserer Energie geht verloren

Das überzeugendste Argument für den Wechsel ist der Wirkungsgrad. Früher, als Kohle- und Kernkraftwerke Wechselstrom ins Netz speisten und Staubsauger und Glühbirnen diesen auch direkt verwerteten, lag der Gesamtwirkungsgrad der Versorgung mit elektrischer Energie in Deutschland bei etwa 65 Prozent. Oder anders gesagt: Etwa ein Drittel der elektrischen Energie ging verloren, etwa durch Wärmeverluste. Heute verschärft sich die Lage zusehends, denn mit Photovoltaikanlagen und -kraftwerken und der zunehmenden Installation von Batteriespeichern gelangt immer mehr Strom ins Netz, der erst von Gleich- in Wechselspannung gewandelt werden muss. Dabei entstehen Verluste. Ebenso auf der Seite der Verbraucher: Netzteile werden heiß – ein fühlbarer Beweis, dass dabei Energie vergeudet wird. Dadurch ist der Wirkungsgrad unseres Energienetzes auf schätzungsweise 56 Prozent gesunken – und wird weiter sinken, wenn nicht grundlegend umgedacht wird. Die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom bringt Verluste mit sich – ein Gleichstromnetz wäre für diese Erzeuger die bessere Wahl.

( Bild: © 2017, All rights reserved. (Credit Image; vstudio.photos)

Stromnetz wird dezentraler und kleinräumiger

Lange dominierten große Kraftwerke das Stromnetz, die ihre Energie sternförmig in die umliegenden Regionen verteilen. Doch mit dem Siegeszug der regenerativen Energien wird das Stromnetz dezentraler, kleinräumiger, oft wird Strom dort verbraucht, wo er erzeugt wird. Die Wechselspannungstechnik kann ihre Vorteile dort nicht ausspielen. Und auch über große Distanzen ist Wechselstrom nicht ideal. Die Übertragungsverluste nehmen deutlich zu. Aus diesem Grund baut etwa China aufwendige Netze mit Hochspannungs-Gleichstromübertragung – kurz HGÜ – die große Energiemengen von den Wasserkraftwerken im Inneren des Landes zu den Ballungsräumen an den Küsten bringen.

Auch in Deutschland plant die Bundesregierung zwei solche Trassen, die überschüssige Windenergie von den Küsten in den Süden leiten sollen. Das Problem ist zwar, dass eine HGÜ-Verbindung im Bau etwa doppelt so teuer ist, doch wegen der geringen Energieverluste soll sich die Gleichstromleitung ab einer Länge von etwa 400 km lohnen – bei Unterseekabeln, etwa zur Anbindung von Offshore-Windparks, schon ab 60 km. HGÜ-Verbindungen sind mittlerweile sehr zuverlässig. Vor allem durch Fortschritte in der Energieumwandlung durch Leistungselektronik können Gleichspannungen auf bis zu 800.000 V ohne Transformator gewandelt werden.

Über die gesundheitlichen Auswirkungen liegen noch keine belastbaren Daten vor. Sicherlich wird die Qualität der Belastungen eine andere werden. Die magnetischen Felder werden mehr Gleichfelder bzw. pulsierende Gleichfelder sein. Die elektrischen Felder tendieren mehr zu statischen.

Wir werden sehen, ob der Wandel zum Gleichstrom ein Segen wird oder nicht.

 

Quelle: http://www.elektrotechnik.vogel.de

Gleichstrom – eine echte Alternative?