Der Nachfolger von LTE – 5G – kommt früher

5G kommt früher als erwartet

Mit Bandbreiten im GBit/s-Bereich und ultraniedrigen Latenzzeiten gilt der LTE-Nachfolger 5G als wichtige Voraussetzung für das vernetzte autonome Fahren und zahlreiche IoT- sowie Industrie-4.0-Anwendungen. Selbst wenn die Standards noch nicht ausformuliert sind, stehen Mobilfunkausrüster wie Nokia schon in den Startlöchern.

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Die Einsatzszenarien für 5G sind so vielfältig wie die Eigenschaften der neuen Mobilfunkgeneration.

Foto: EU-Kommission

„Auch wenn es einige überrascht, wird 5G schneller kommen als erwartet, erklärte Nokia-CEO Rajeev Suri zum Auftakt des Mobile World Congress in Barcelona. Der Chef des finnischen Mobilfunkausrüsters geht davon aus, dass mit der Umstellung der Netze auf 5G-Technologie deutlich früher begonnen wird als wie bislang angenommen 2020. Suri zufolge will sein Unternehmen noch in diesem Jahr mit den Investitionen in 5G-Technologie beginnen. Der Verkauf von Ausrüstung, die auf sich 5G upgraden lasse, könnte bereits 2017 beginnen.

2020 werden wahrscheinlich die 5G-Rollouts im großen Stil beginnen, so Suri, Davor würden Provider aber bereits ab 2017 ihre bestehende LTE-Infrastruktur auf frühe 5G-Anwendungen migrieren können. Volker Held, seines Zeichens Head of Innovation Marketing bei Nokia Networks, bestätigte diese Pläne. Wie sein Titel verrate, befasse sich Nokia bereits mit der Vermarktung. Der vollständige kommerzielle Rollout finde jedoch erst 2020 statt, zumal die Standards voraussichtlich erst 2019 verabschiedet werden würden.

Held zufolge gibt es aber schon eine große Kenntnis darüber, welche Technologien zum Einsatz kommen werden, etwa Massive MiMo und eine Rahmenstruktur mit geringer Latenzzeit. Diese Eigenschaften gelte es nun in Feldversuchen zu verifizieren, außerdem werde man die Zeit nutzen, um die 5G-Technik auf Probleme zu untersuchen und zu härten.

Was leistet 5G?

Für welche Einsatzszenarien sich 5G eignet, zeigt Nokia auf dem MWC in Barcelona in verschiedenen Live-Demos. Eine davon ist eine Art Weiterentwicklung des Testfelds für vernetztes Fahren auf der A9 im Miniaturformat. Es besteht aus einer Strecke für Modellautos in Form einer liegenden Acht, unter dem ein Netz aus Basistationen und Edge-Clouds liegt. Die Autos kommunizieren über diese Infrastruktur miteinander in Quasi-Echtzeit und schaffen es so, unfallfrei und relativ flüssig die Kreuzung überqueren.

In einer Stadion-Demo wiederum zeigt Nokia, wie die Zuschauer einer Sportveranstaltung spannende Szenen als Nahaufnahme über eine Companion-App auf ihrem Smartphone verfolgen könnten. Dies ist im Prinzip zwar heute schon möglich, allerdings verdirbt die deutliche Verzögerung bei der Übertragung der Bilder den Genuss.

Für die mit 5G mögliche Quasi-Echtzeitübertragung gibt es natürlich auch eine Reihe von denkbaren Business-Szenarien, etwa für die Machine-to-Machine-Kommunikation im Bereich industrielle Automatisierung. So präsentiert Nokia auf dem Stand von China Mobile, wie mehrere Roboterarme über einen zentralen Server und einer 5G-Verbindung mit extrem geringer Verzögerung so koordiniert werden, dass sie einen Ball auf einer sich bewegenden Plattform balancieren. Wird der Ball angestoßen, gleichen dies die Roboter in einer konzertierten Aktion aus, so dass der ursprüngliche Kurs beibehalten wird.

Als Verwendungsmöglichkeit für die hohen Bandbreiten sehen die Finnen etwa hochauflösende Virtual-Reality-Szenarien, wie man sie dem Holodeck von Raumschiff Enterprise kennt.

 

Quelle: http://www.cio.de/a/5g-kommt-frueher-als-erwartet,3223907

WLAN über die Wohnzimmerbeleuchtung

WLAN mit LiFi – 200 Gbps

Drahtlose Computernetzwerke mit geringer Reichweite (WLAN) müssen nicht unbedingt nach den Standards der WiFi-Allianz arbeiten. Die französische Firma Oledcomm hat auf dem gerade zu Ende gehenden Mobile World Congress in Barcelona (22-25. Februar 2016) eine Technik gezeigt, wie Smartphones über nur eine LED-Lampe mit dem Internet verbunden werden können – und dies 100fach schneller als nach dem gegenwärtigen WiFi-Standard.

Diese LiFi-Verbindung (LiFi steht für Light Fidelity) erreicht unter Laborbedingungen eine Geschwindigkeit von 200 Gbps, was laut Oledcomm-Gründer Suat Topsu prinzipiell ausreicht, um den Inhalt von 23 DVDs in einer Sekunde zu verschicken (nach unseren Berechnungen entsprechen 200 Gbps „nur“ fünf DVDs).

Die Technologie scheint vor allem in medizinischen Anwendungen sinnvoll, da das Lichtsignal medizinische Geräte und Apparate nicht beeinflussen kann. Aber auch in Museen oder Supermärkten kann LiFi zur lokalen Verteilung von (Produkt-) Informationen zum Einsatz kommen.

 

Quelle: https://www.elektormagazine.de/news/wlan-mit-lifi-200-gbps-uber-die-wohnzimmerbeleuchtung?utm_source=Elektor+Deutschland&utm_campaign=70a3b9bf04-e_zine_163_2_25_2016&utm_medium=email&utm_term=0_7096e266f6-70a3b9bf04-234211677

WiGig = WLAN mit 60GHz

802.11ad steht noch kein Jahr in den Geschichtsbüchern, denn hier handelt es sich um einen kommenden Standard für schnelle Funknetzwerke im 60-GHz-Band. Wer es andersrum besser versteht: Diese Frequenz entspricht einer Wellenlänge von nur 5 mm! Und gerade erst gelang Intel und Qualcomm Atheros die erfolgreiche Demonstration der Interoperabilität ihrer WiGig-Lösungen nach 802.11ad.

Auf der CES 2016 zeigten sich schon erste Spuren von Produkten mit 60-GHz-Technik wie etwa der WiGig-Chipsatz W110 der Startup-Firma Peraso Technologies. TP-Link stellte ihren Multiband-WLAN-Router Talon AD7200 vor, das weltweit erste Gerät auf der Basis von 802.11ad-Lösungen von Qualcomm Atheros. Angeblich soll dieses Monster dieses Frühjahr schon in den amerikanischen Läden stehen.

 

Quelle: https://www.elektormagazine.de/news/wigig-wlan-mit-60ghz?utm_source=Elektor+Deutschland&utm_campaign=0730f0b024-E-zine_2_11_2016&utm_medium=email&utm_term=0_7096e266f6-0730f0b024-234211677&mc_cid=0730f0b024&mc_eid=e3e3200380

HaLow: Tiefere Frequenzen für das WLAN

Die Wi-Fi Alliance hat einen neuen Vorschlag präsentiert, der sich auf Produkte nach IEEE 802.11 ah bezieht. Wi-Fi HaLow, wie sich der neue Standard nennt, erweitert WLANs um Frequenzen im 900-MHz-Band, womit energiesparende WLAN-Verbindungen für Sensoren und Wearables einfacher machbar wären.

Zudem steigert sich mit Wi-Fi HaLow die Reichweite gegenüber der 2,4-GHz-Technik auf glatt das Doppelte. Dadurch kann man nicht nur größere Distanzen überbrücken, sondern dank der niedrigeren Frequenz sind Verbindungen in schwierigen Umgebungen auch stabiler, da Wände und ähnliche Hindernisse leichter durchdrungen werden.

Die Wi-Fi Alliance erwartet, dass zukünftig Access-Points und WLAN-Router drei Bänder bedienen können, neben 2,4 GHz und 5 GHz nun auch noch 900 MHz. Dies erleichtert die Integration heimischer IoT-Devices. Allerdings kann man momentan sehr lange nach einem neuen Router mit dieser Technik googeln, denn das neue Frequenzband bzw. HaLow ist für die Einführung im Jahre 2018 vorgesehen. Trotzdem wird es wohl nicht lange dauern, bis erste Geräte mit dieser Technik auf den Markt kommen, denn einzelne Hersteller arbeiten gerade an der Integration des dritten Bands in ihre Produkte.

Dokumentarfilm „THANK YOU FOR CALLING“

„Too big to fail“: Mobiltelefonie hat sich weltweit in kürzester Zeit als unersetzliche Kommunikationstechnologie durchgesetzt. Ist es möglich, dass sie trotz ihrer rasanten Verbreitung krebserregend ist?

THANK YOU FOR CALLING geht nicht nur ernsthaften Hinweisen auf mögliche  Gesundheitsrisiken nach, sondern vor allem der Frage, warum diese Forschung bisher kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist. Anhand von Fakten, Insidern und spannenden Protagonisten rekonstruiert der Film eine groß angelegte Verschleierungstaktik der Mobilfunkindustrie. Es wird ein Kampf von David gegen Goliath.

Ein Film von Klaus Scheidsteger ab 19.02.2016 in den Kinos

Und hier ein weiterführender Link zum österreichischen Magazin „Profil“

Demenz & Mobilfunk

Meldung 1: die Zahl der Demenz-Patienten wird sich bis zum Jahr 2015 verdreifachen und weltweit auf etwa 130 Millionen ansteigen, stellt der aktuelle Welt-Alzheimer-Bericht fest.

Meldung 2: bereits 2001 warnte Dr. brigitte Lange, Physikerin in Heidelberg: „In 20 Jahren sind wir ein Volk von Demenz-Kranken“. Die Wissenschaftlerin, die in der Hirnwellenforschung tätig ist, gab zu bedenken, daß selbst die Strahlung eines Handys im Stand-by-Modus die Blut-Hirn-Schranke öffne, die normalerweise geschlossen ist und Krankheiten wie Alzheimer, Demenz, Multible Sklerose und Parkinson verhindert.

Natürlich haben die beiden Meldungen nichts miteinander zu tun. Wer’s glaub wird vielleicht nicht selig, aber wahrscheinlich früher dement.

Wegen Magnetfeld: Formel 1 verliert in Singapur die Kontrolle

Nicht nur wir Menschen sind auf Magnetfelder empfindlich – offensichtlich auch High-Tech, die z. B. in Autos verbaut ist wie hier in der Formel 1.

Mercedes ist beim Großen Preis von Singapur mit einem Schutzschild unterwegs. Grund ist die U-Bahn, die unter dem Stadtkurs verläuft. Das Magnetfeld zweier Linien stört die Elektronik der Formel-1-Boliden und kann Rennen zerstören. Das berichtet „Bild“. 2008 fiel Mark Webber im Red Bull deswegen sogar aus.

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Auch wenn Lewis Hamilton noch so gut fährt, gegen das Magnetfeld der U-Bahn ist er machtlos. (Quelle: xpb)

Obwohl Mercedes eine Abschirmung entwickelt hat, bleibt das Magnetfeld ein unkalkulierbares Risiko. „Da ist etwas im Boden, ein starkes magnetisches Feld, was unsere empfindlichen Sensoren und hydraulischen Ventile stört und sie manchmal sogar von selbst bewegt. Wir haben dagegen unser eigenes Schutzschild, aber wir sind trotzdem immer ein wenig besorgt“, erklärte Technikchef Paddy Lowe.

„Sensoren fangen an, seltsame Zahlen zu zeigen“

Bei Webbers Ausfall spielte die Technik verrückt. Sein Auto legte zwei Gänge auf einmal ein. Dadurch erlitt der Red Bull einen Getriebeschaden. „In der Nähe der Anderson-Brücke fahren die Autos über etwas drüber, das elektrische Störungen verursacht“, beschrieb McLarens Cheftechniker Tim Goss. „Sensoren fangen an, seltsame Zahlen zu zeigen. Wenn die Autos diesen Elektroimpuls bei einem Gangwechsel bekommen, kann es das Zusammenspiel von Gaspedal, Kupplung und Gang durcheinanderbringen.“ Genau das ist dem Australier passiert. Die Chance, dass die U-Bahn einen Ausfall bei der Formel 1 verursacht, ist gering. Dennoch bleibt das Magnetfeld ein unberechenbarer Faktor in der sonst so perfekt durchkalkulierten Formel-1-Welt

Quelle: http://www.t-online.de/sport/formel-1/id_75472610/formel-1-in-singapur-magnetfeld-bringt-technik-durcheinander.html

Elektrosmog Belastung minimieren

Vorbeugend die Belastung minimieren

(Interessant was der BUND hier empfiehlt)

Der erste Schritt ist das Vermeiden oder Abschalten von elektromagnetischen Quellen im privaten Bereich, wo immer es möglich ist. Entscheiden Sie sich für Geräte, die strahlungsarm, kabelgebunden und gut abgeschirmt sind. Verwenden Sie möglichst wenig Elektrogeräte im Schlaf- und Kinderzimmer. Nutzen Sie Netzfreischalter, verwenden Sie abgeschirmte Kabel. Außerdem gilt:

  • Auf schnurlose DECT-Telefone und -Babyphone sollte verzichtet werden.
  • Handys sollten nach Möglichkeit nicht direkt am Kopf, sondern mittels Headset (Kopfhörer und Mikrofon) oder über Lautsprecher betrieben werden. Grundsätzlich nimmt die Feldstärke mit der Entfernung vom Sender ab.
  • Computer lassen sich über Kabel anstelle von WLAN mit dem Internet verbinden. Auch wenn Sie ein Kabel verwenden, vergessen Sie nicht, das WLAN am PC (und, falls Sie einen Router verwenden, auch dort) direkt oder über Ihre Software zu deaktivieren. Wenn Sie nicht völlig darauf verzichten können, sollten Sie WLAN und Bluetooth bei Nichtgebrauch ausschalten. Bedenken Sie, auch Ihr Nachbar kann von der Strahlung betroffen sein. Achten Sie beim Gerätekauf darauf, dass diese Funktionen auch deaktiviert werden können.
  • Achten Sie auch darauf, WLAN und Bluetooth an Ihren Geräten wie Handy, Tablet, TV-Gerät, Stereoanlage, Drucker, Scanner usw. zu deaktivieren. Häufig sind diese Funktionen aktiv, obwohl man sie nicht nutzt.
  • Auf mobiles Internet via Smartphone/Tablet/Surftstick verzichten, die Strahlung ist viel höher als bei Handytelefonaten, weil wesentlich mehr Daten übertragen werden. Lieber über Kabelverbindung ins Internet gehen.
  • Handys nicht angeschaltet in Kinderwägen legen oder nah am Körper tragen, lieber körperfern, z.B. in Taschen. Nachts ausschalten.
  • Handys, WLAN, Bluetooth und DECT-Telefone sollten auf keinen Fall kontinuierlich in der Nähe des Schlafplatzes  in Betrieb sein. Auch die Leitungen und Geräte, besonders auch deren Netzteile (Radiowecker) in unmittelbarer Nähe des Schlafplatzes sind als zusätzliche Quellen von Bedeutung.
  • Handys sind kein Kinderspielzeug. Da viele Strahlungsquellen von außen in die eigene Wohnung eindringen, (z.B. WLAN, DECT-TElefon, Mobilfunk-Sendeanlagen) kann eine Messung der Strahlenbelastung, fachliche Beratung und ggf. Abschirmung sinnvoll sein.

Grundsätzlich gilt: Vor allem besonders empfindliche Menschen – etwa Schwangere, Kinder, Jugendliche, Kranke und auf Elektrosmog sensibel reagierende Personen – müssen geschützt werden. Nehmen Sie Rücksicht und reduzieren Sie, wann immer möglich, Elektrosmog. Die Belastungen durch die verschiedenen Quellen elektromagnetischer Strahlungen überlagern sich und können so verstärkende Effekte erzeugen. Und schließlich: Auf Handys und die permanente Erreichbarkeit hin und wieder zu verzichten, ist oft nicht nur für die Gesundheit ein Gewinn.

Medizin-Fachmesse
 Stuttgart vom 30.01.-01.02.2015

Medizin 2015: Erkrankungen durch Elektromagnetische Felder (EMF) ?

30 January – 1 February

Zum 50. Jubiläum befasst sich die Medizin 2015 (30. Jan – 2. Febr 2015, Stuttgart) in einer Sektion Umweltmedizin mit dem Thema “Erkrankungen durch elektrische und elektromagnetische Felder. Fiktion oder Realität?” Am 30. Jan 2015 sprechen dazu renommierte Referenten.

Das Programm:

BÄK 06A 09.00 – 12.30 Uhr // Raum C 7.1
Leitung: Dr. med. Kurt E. Müller, Kempten
09.00–09.45 Kapituliert die Medizin vor der Allmacht der Technik? – Prof. Dr. phil. Karl Richter, St. Ingbert
09.45–10.30 Reduzierte Fruchtbarkeit und vermehrte Missbildungen unter Mobilfunkstrahlung – Prof. Dr. rer. nat. Dr. habil. Klaus Buchner, München
11.00–11.45 Technische Hochfrequenz – Erweiterung der ärztlichen Anamnese – Dr. med. Horst Eger, Naila
11.45–12.30 Hirntumoren und elektromagnetische Felder: Besteht ein Zusammenhang? – Prof. Dr. med. Michael Kundi, Wien
Im Jahr 2015 veranstaltet die BezirksÄrzteKammer Nordwürttemberg als ideeller Träger der MEDIZIN den 50. Ärztekongress. Der Kongress steht ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums.
Die MEDIZIN ist die wichtigste Plattform für die Medizin- und Gesundheitsbranche in Süddeutschland. Aktuelle Entwicklungen der Branche, Austausch von fachlichem Know-how und Fortbildungsmöglichkeiten stehen im Vordergrund des Kongresses.
Die Veranstaltung der BezirksÄrzteKammer Nordwürttemberg bietet als zertifizierte Fortbildungsplattform die Möglichkeit, fachliches Know-how auf- und auszubauen.

http://www.messe-stuttgart.de/besucher/veranstaltungsdetails/termin/1197/a/showevent/c/Fair/

UMTS geknackt: Abhören von überall

Ultimativer Abhöralbtraum

Alle mal abhören! Anscheinend leichter als gedacht. (Foto: dpa)

  • Der als sicher geltende Mobilfunkstandard UMTS ist knackbar – und zwar auch aus der Ferne, wie der Hacker Tobias Engel zeigt.
  • Das Gerät ist ab diesem Moment sowohl zu orten als auch zu steuern – SMS können abgeschaltet, mitgelesen und Telefonate abgehört werden.
  • Alles, was ein einigermaßen versierter Hacker dazu braucht, ist eine Handynummer.
Von Johannes Boie, Sueddeutsche.de

Für Menschen, die ein Handy besitzen, hat Tobias Engel zwei Ratschläge. Der erste lautet: „Beschwer dich bei deinem Provider.“ Der zweite lautet: „Wirf dein Telefon weg.“ Engel ist einer, den man nicht ignorieren sollte. Er ist Fachmann für Handynetze und er wird diese Ratschläge am Samstagabend auf dem Hackerkongress 31 C3 in Hamburg bekanntgeben. Davor wird Engel in einer kleinen Vorführung zeigen, was ein einigermaßen versierter Hacker oder ein Geheimdienst alles anstellen kann, wenn er lediglich die Handynummer seines Opfers kennt.

Der Hacker oder Spion kann Telefonate mithören und SMS mitlesen. Er kann die Kommunikation abfangen, sodass sie bei ihm, aber nie beim Opfer landet. Er kann sie verändern. Er kann Funktionen am Handy des Opfers abschalten, zum Beispiel das Internet oder den Kurznachrichtendienst SMS – oder die Telefon-Funktion. Er kann herausfinden, wo sich sein Opfer aufhält, zum Teil mit der Genauigkeit von GPS – also so exakt, wie ein satellitengestütztes Navigationsgerät im Auto.

Auch LTE ist nicht sicher vor Zugriffen

Diese Methoden funktionieren sowohl für das 2G-Netz, das man als GSM kennt, als auch für das 3G-Netz, das als UMTS bekannt ist. Selbst wer die allerneueste Technik verwendet, also LTE, ist nicht sicher vor Zugriffen, denn LTE überträgt in Deutschland bislang nur Daten. Telefon und SMS laufen weiterhin über das unsichere 2G- oder 3G-Netz.

Die Möglichkeiten, die Engel in seinem Vortrag skizziert, sind der ultimative Abhöralbtraum. Für wen ist das Handy nicht zum unentbehrlichen Begleiter geworden? Nur: Es kann eben auch jederzeit zur ferngesteuerten Abhöreinrichtung mutieren. Einige dieser Möglichkeiten sind bereits bekannt, unter anderem die Möglichkeit, Menschen zu orten. Andere Berliner Hacker haben erst kürzlich SMS von Bundestagsabgeordneten mit einer verwandten Methode abgefangen und gelesen. Dazu war eine kleine Antenne notwendig, und das Opfer durfte nicht allzu weit entfernt sein. Doch Engel sagt, seine Angriffsmethode funktioniere von jedem Ort der Erde aus.

Hunderte Unternehmen haben Zugang zum SS-7-Netz

Neben der Handynummer seines Opfers benötigt ein Hacker oder ein Geheimdienst für diese Abhörattacken lediglich Zugriff auf das SS-7-Netz. Was kompliziert klingt, ist eine Service-Einrichtung, über die Unternehmen wie die Telekom oder Vodafone miteinander und mit ausländischen Providern kommunizieren. Das ist notwendig, um Abrechnungen der Kunden zu erstellen und dafür zu sorgen, dass sie im Ausland telefonieren können. Engel zeigt nun, dass sich mithilfe dieses Netzes Hacker zwischen die Verbindungen der Handynutzer schalten und den Mobiltelefonen vorgaukeln können, sie seien eine Vermittlungsstelle des Handynetz-Anbieters. Und die darf nun mal alles.

Früher war das SS-7-Netz eine Institution, auf die nur wenige große, meist staatliche Kommunikationsunternehmen Zugriff hatten. Heute haben Hunderte Unternehmen Zugang zum SS-7-Netz, manche vermieten ihn im Internet weiter. Jeder kann zugreifen. Geheimdienste dürften es noch einfacher haben.

Telekom und Vodafone arbeiten an dem Problem. Die Telekom weist darauf hin, dass „all die Maßnahmen einzelner Netzbetreiber nur ein Pflaster sein können“. Sein Handy wegzuwerfen, ist offenbar keine so dumme Idee.

Quelle: (http://www.sueddeutsche.de/digital/mobilfunkstandard-umts-ultimativer-abhoeralbtraum-1.2281898)